Silberschweif

Variatio delectat

Alles Wissen auf meinem Screen

Ich komme mir vor wie sich wahrscheinlich die Besucher der berühmten antiken Bibliothek von Alexandria damals gefühlt haben mussten: Ich bin umgeben von Allwissen. Diese Allwissenheit sprudelt aus nichts anderem als aus Google hervor.

Im Zuge meiner Masterarbeit habe ich nun auch die Vorzüge (aber auch Nachteile!) von Google Books entdeckt. Fluchs einen Autor, einen Buchtitel oder einfach nur ein Stichwort bzw. Wortfolge in das Suchfeld getippt und schon begeistert Google Books mich mit altehrwürdigen Klassikern der Organisationspsycho- und -soziologie – von Max Weber über Herzberg und Inglehart bis hin zu Rosenstiel, Stengel und Nerdinger. Tatsächlich kann ich mir bisweilen den Gang in die Uni-Bibliothek und vor allem den kostspieligen Gang zum Kopiergerät sparen. Habe ich doch alles schön scroll- und durchsuchbar digital auf meinem heimischen Screen.

Es ist jedoch nicht alles Gold, was glänzt. Zum einen werden oftmals nicht alle Seiten eines Werkes angezeigt (was man aber durch gezielte Suche innerhalb des Schmökers, zugegeben ziemlich arbeitsaufwändig, umgehen kann), zum anderen sind noch längst nicht alle Bücher eingescannt. Vor allem neuere Wälzer oder von Google als anscheinend besondere Klassiker eingestufte Werke kann man nicht einsehen, sondern nur z.B. über einen Amazon-Link käuflich erwerben.

Dabei habe ich noch als weiteres Manko ganz die rechtliche Seite einer solchen kostenlosen Online-Bibliothek außer Acht gelassen. Denn anscheinend werden die Autoren der eingescannten Werke überhaupt nicht über ihr Glück, Teil der virtuellen Büchersause zu sein, informiert (siehe Artikel in WELT Online).

Sei’s drum: Für jeden (angehenden) Wissenschaftler ist Google Books sicherlich eine nützliche Hilfe, wenn auch nicht jedesmal der Gang in die heimische Bib gespart werden kann.

P.S. Ach ja: Und warum, liebe Google-Suchmaschine, kann ich Sätze nicht direkt aus dem eingescannten Text herauskopieren, sondern muss sie tatsächlich händisch abtippen???
UPDATE: Und hey, warum habe ich nur eine begrenzte Anzahl an „Aufrufklicks“ zur Verfügung? Das ist ja total doof. In der Bib muss ich ein Buch ja auch nicht zurücklegen, wenn ich es mir drei mal durchgeblättert habe … Hmpf…

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November 4, 2008 - Posted by | Technik, wissenschaftlich | , , , , , , , , ,

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