Silberschweif

Variatio delectat

Videospielen fördert Sozialkompetenz

Eine neue Studie der Universität Harvard unter 1200 Eltern und Kindern hat erstaunliche Ergebnisse zum Thema Auswirkungen von (gewalthaltigen) Videospielen zu Tage gefördert. Unter dem plakativen Namen „Grand Theft Childhood: The Surprising Truth About Violent Videogames“ wird erklärt, nicht videospielende Kinder hätten eher Probleme in der Schule oder im Elternhaus. Wer keine Videospiele spiele, habe darüber hinaus sogar einen Mangel an Sozialkompetenz.

Ein interessantes und zugleich überraschendes Ergebnis, wie die Studienverantwortlichen selbst zugeben. Da würde Herr Prof. Pfeiffer sicherlich anders, sprich gegenteilig argumentieren …

 

Bemerkenswert auch, dass die Studienleiterin Cherry K. Olson darauf hinweist, dass ein Großteil der Studien, die einen Zusammenhang zwischen gewalthaltigen Spielen und Gewaltbereitschaft seitens der Videospieler aufzeigen, „Müll sind“. Darauf habe ich bereits in einem Blogeintrag hier und auch in meiner BA-Arbeit (hier) hingewiesen. Olson beklagt hier zurecht den fehlleitenden Vergleich zwischen dem Adventure „Myst“ und „Mortal Kombat„. Damit zielt ihre Kritik direkt auf die doch angesehenen Forscher Dill und Anderson ab.

 

Auch ein weitverbreitetes Vorurteil, nämlich dass Mädchen viel lieber Puzzlespiele usw. spielen, wurde widerlegt. Zwar sei deren Lieblingsspiel tatsächlich eines mit sozialer Komponente („Die Sims“), aber an zweiter Stelle käme gleich das kontrovers diskutierte (Hot Coffee, Prostituierte und Kettensäge …) „Grand Theft Auto“.

 

Inwieweit die Studie  empirisch solide und verallgemeinerbare Ergebnisse liefert, kann ich nicht beurteilen, da ich sie noch nicht gelesen habe.

Dass sowohl die Methodik (siehe Anderson/Dill oder auch die quantitative Herangehensweise von Prof. Pfeiffer) als auch eine etwaige Nähe zur Videospielbranche (wie angeblich bei Prof. Fritz von der FH Köln, dem eine Nähe zum Branchenriesen Electronic Arts nachgesagt wird) Ergebnisse verzerren kann, liegt auf der Hand.

Doch davon scheint Olsons Studie auf den ersten Blick freigesprochen zu sein. Wurde sie doch von der U.S.-amerikanischen Regierung finanziert, die sich ursprünglich genau gegenteilige Ergebnisse „erhofft“ hatte …

 

         Hier gibt’s den Link zur offiziellen Homepage

         Hier den Link zum (kurzen) SPIEGEL Interview

–       Empfehlenswert ist außerdem der Artikel zur Studie in der aktuellen Ausgabe des Spielemagazins „GEE

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Mai 5, 2008 - Posted by | wissenschaftlich | , , , ,

2 Kommentare »


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