Silberschweif

Gaming, Uni und so

Kommt das „iPlay“?

Gerüchte (oder hier), Analysten, Spieleportale – von allen Seiten pfeift es von den Dächern: Apple steigt in absehbarer Zeit ins Videospielbusiness ein. Wieder, muss man sagen …

Nachdem Apple bereits 1977 mit dem legendären „Apple II“ – und dessen Nachfolgern – erfolgreich zum Zocken einlud (ca. 1 Million verkaufte Geräte und rund 1000 verfügbare Spiele untermauern Apples Erfolg), holte man sich jedoch mit dem Projekt „Pippin“ 1994 eine blutige Nase. Zwar ist die Mischung aus abgespecktem PC und Set-Top-Box mit 5MB Ram, VGA- und S-Video-Ausgang technisch durchaus auf der Höhe, aber selbst Apple scheint der eigenen Maschine nicht allzu viel zu trauen. Baut man die „Konsole“ doch nicht selbst, sondern vergibt lediglich Lizenzen.

Nur Bandai war so doof, sich davon eine zu schnappen. So kommt 1997 das „Bandai Atmark“ heraus. Ca. 40.000 verkaufte Geräte und rund 15 verfügbare Spiele sprechen eine deutliche Sprache (Quelle: Forster, Winnie: Spielkonsolen und Heimcomputer 1972-2005. Zweite stark erweiterte Auflage. GamePlan: Utting, 2005.)

 

Nun sehen die Vorzeichen aber gänzlich anders aus. Apple ist wieder zur Kultmarke geworden, die man in den 70ern und 80ern war. MacBook, iPod, und mit Abstrichen das iPhone, verkaufen sich wie geschnitten Brot. Apple kann es sich nun wohl auch finanziell leisten, einen solch riskanten Schritt zu wagen. Zweitens hat Nintendo mit dem DS den Weg für Touch-Handhelds geebnet. Es wäre für Apple nur konsequent den iPod touch zur portablen Spielemaschine hochzurüsten. Vor allem auch, weil man mittlerweile ohnehin Produktionsstraßen für die iPod/iPhone Touch-Screens innehat.

Der Einstieg in die Handheldproduktion scheint mir auch eher wahrscheinlich, als der Bau einer stationären Konsole. Apple hat hier fast keine Erfahrung, der Markt ist auch ohne Apple mit Sony, Microsoft und Nintendo heftig umkämpft. Gut, dass hat man auch vor der Xbox-Markteinführung behauptet …

Im Handheldsektor wäre aber dagegen noch Platz. Die Frage ist nur, welche Zielgruppe man ansprechen will? Nintendo bedient alt und jung, vornehmlich Casual-Gamer. Die PSP dagegen eher die männlichen, älteren Käuferschichten.

Falls Apple tatsächlich ein tragbares „iPlay“ im Stile eines gepimpten iPods auf den Markt wirft, wird man damit wohl eher Nintendo Marktanteile abnehmen. Vorausgesetzt die Spiele sehen ähnlich aus wie die jetzigen iPod-Games (by the way: Peggle rules!). Dafür spricht auch, dass Apple auf eine einfache, durchdachte Menüführung wert legt. Das dürfte eher die Casual-Gamer ansprechen. Andererseits steht Apple auch für technische Innovation.

Ich könnte mir sogar gut vorstellen, dass es Apple letzten Endes gelingt, die Eigenschaften einer PSP und eines Nintendo DS zu vereinen. Man stelle sich nur einmal die Möglichkeiten vor! Und den Preis …! Egal: Ich will es haben!

Februar 15, 2008 Verfasst von Dominik | Gaming | , , , , , , , , , | Keine Kommentare

Vorsicht Casual!

Seit geraumer Zeit geistert ein Gespenst durch die sonst so heile Nintendo-Fangemeindenwelt. Sein Name: “Casual-Gamer”. Hat das japanische Traditionsunternehmen doch mittels “Nintendo DS” und “Nintendo Wii” zwei Plattformen geschaffen, die - man kann wohl durchaus sagenzum ersten Mal in der Geschichte der Computer. und Videospiele - die Grenze zwischen dem gemeinen Nerd und dem an sich E-Games-Uninteressierten durchbrechen und somit neue Käuferschichten generierten. Schön für Nintendo. Auch schön für die Fans?

Eigentlich schon, bedenkt man, dass dadurch so manch spaßiges Spielchen entstand, wie “Dr. Kawashimas Gehirnjogging”, “Nintendogs”, “Wii Sports” oder bald auch “Wii Fit”.

Aber anstatt sich dessen zu erfreuen, jammert man der Nintendo-Fan lieber ein wenig, so wie er es seit der verlorenen Schlacht des Nintendo 64 gegen die PSX (oder auch PSone oder von mir aus auch PlayStation 1) so gerne tut.

14 Jahre lang träumte man davon, den Quasi-Monopolisten Sony zu enthronen (was nie gelungen ist; man musste sich gar der Xbox geschlagen geben …). Und nun, da Nintendo bei den Absatzzahlen jeder Konkurrenz weit enteilt ist (siehe hier) und eigentlich Party angesagt ist, wird vor der Gefahrt der heranrollenden Casual-Gamer-Welle gewarnt (am Beispiel des Podcast “Nintendocast” Folge 142)

Konzentriert sich Nintendo tatsächlich nur noch auf Gelegenheitsspieler und lässt dabei die Hardcorefans außer Acht? Sieht man sich die veröffentlichten Spiele und die, welche noch auf ihren release warten, an, so muss man sagen, dass sich im Vergleich zum N64 und GameCube nicht sonderlich viel ändert. Seit jeher werden de erfolgreichen Serien neuaufgelegt (Zelda, Mario in allen erdenklichen Formen, Metroid, Smash Brothers usw.). Damals befürchtete noch niemand die “Vercasualisierung”.

Ich glaube, die Angst der Nintendojünger ist die bange Erkenntnis, dass Videospiele tatsächlich erwachsen, angekommen, gar gesellschaftlich (natürlich nur die”blutleeren) akzeptiert werden. Wenn schon die eigenen Mütter abends vor der Glotze mit der Wii Fernbedienung und Nunchuk golfen, Baseball spielen und boxen, dann sind Videospiele endlich aus der hintersten, verpickeltsten Nerd-Ecke heraus ans Licht der öffentlichen Wahrnehmung getreten!

In diesem Sinne sollte man sich darüber freuen. Wem’s nicht passt, soll zu Xbox 360 und PlayStation 3 greifen. Aber Vorsicht: Bloß nicht SingStar, Buzz oder Viva Pinata kaufen! Könnte ja Spaß machen!

Februar 12, 2008 Verfasst von Dominik | Gaming | , , , , | Keine Kommentare