Man mag über die, um mit Kurt Becks Worten zu sprechen, „so genannte Linke“ denken wie man will, aber seit der Hessen-Wahl ist eines klar: Einfach aus der politischen Landschaft streichen lässt die „neue“ Partei links der SPD in absehbarer Zukunft nicht. Dies macht eines notwendig: das Überdenken festgefahrener Parteienbündnisse. Die Zeiten in denen die Grünen nur mit Rot, die Gelben nur mit Schwarz (Ausnahmen wie die sozial-liberale Regierung Ende der 60er blieben eben solche) koalierten, sind wohl endgültig vorbei. Nicht erst seit die Grünen heftig mit der Hamburger CDU kokettieren … oder ist es andersherum? Man denke nur an die rot-rote Berliner Regierung.Dahingehend könnte auch der Becksche Vorstoß in Sachen Anbandelung mit der Linken gedacht gewesen sein. Er wollte vielleicht sich und seiner Partei für die Zukunft (und damit muss nicht die kommende Bundestagswahl gemeint sein) alle Wege offen halten. Damit wäre die SPD wohl die einzige Partei Deutschlands, die sich nicht von Vornherein gegen irgendwelche Koalitionen, mögen sie auch noch so bunt sein, gestellt hat. Die Grünen könnten da ja arg in Zugzwang kommen. Oder aber: Die SPD macht sich damit beliebig und verliert an Profilschärfe. Aber genau das kann sie sich in der Umklammerung zwischen Mitte und Links nicht leisten.
März 3, 2008
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Dominik |
Politik |
Demokratie, Kurt Beck, Parteien, Politik |
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Unsere menschlichen Gehirne sind keineswegs so individuell und nur auf seinem „Besitzer“ gehörig. Das sage nicht ich, sondern Prof. Douglas R. Hofstadter von der Indiana University in Bloomington/Indiana in einem FOCUS-Interview (Ausgabe 09/ 2008). Hofstadter denkt, dass alle menschlichen Gehirne miteinander verbunden sind. Und seine Argumente klingen wirklich logisch und nachvollziehbar. Denn sobald man sich unterhält und dem anderen z.B. etwas versucht klarzumachen, überträgt man die eigenen Gedankenstrukturen in das Gehirn des Gegenübers.Weitergesponnen und mit einer Prise Esoterik/Religion gewürzt bedeutet das, dass z.B. bei einem Ehepaar, das sich sehr gut verstanden hat und bei dem jeder Partner stets auf den anderen eingegangen ist, die Frau im Manne und vice versa auch nach dem Tode weiterlebt. Das kennt man ja schon vom Spruch „Man lebt in den Gedanken des anderen weiter“. Aber: Hofstadters Vorstellung geht viel weiter. Sie beziehen sich nicht auf bloße Vorstellungen, sondern auf konkrete Gedanken- bzw. Handlungsmuster, welche auch nach dem Tod im anderen weiterleben und nach welchen er/sie sich richtet bzw. richten kann – je nach Grad der Empathiefähigkeit.Aus konstruktivistischer Perspektive widerspricht dies dem (radikalen) Glauben, dass man sich durch das Problem der Sprache ohnehin nicht „versteht“, da sich jeder sein eigenes Realitätskonstrukt bildet. Hofstadters Ansichten zufolge ist die Sprache eigentlich relativ egal, da – sobald der Gegenüber versteht –, die Gehirnnerven und Synapsen das Gedankenkonstrukt des anderen nachmodellieren. Auch hier interessant: Die Wirklichkeitskonstruktionen überdauern das eigentliche Leben und beeinflussen somit noch das Leben, und das Tun im Speziellen, der anderen (man beachte das ungewollte Wortspiel …) nach dem eigenen Tod.
März 3, 2008
Verfasst von
Dominik |
wissenschaftlich |
Kognition, Konstruktivismus, Neurologie, Wissenschaft |
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